Bergfest am Idrosee

12.10.2020

Es war wie immer! - etwas ganz Besonderes. 

Auf dieser Reise wurden uns allen Grenzen gezeigt. Aber auch, dass diese relativ sind. Und dass nichts unmöglich ist. Aber warum?

Vor einigen Wochen rief uns Marco an und fragte, ob er bei unserem Sicherheitstraining teilnehmen könne. Nach einem längeren Gespräch entschieden wir: ja, das geht. 

Marco ist Ende zwanzig, sportlich und voll auf Droge. Einer Droge, der wir alle verfallen sind. Dem Fliegen mit dem Gleitschirm.

Mit seiner Entscheidung bei einem Training teilzunehmen ist er nicht alleine. Auch wenn er schon sehr gut Fliegen kann, eigenständig und fehlerfrei seine Startvorbereitungen trifft, sehr gut startet und landet, will auch er mehr Sicherheit unter dem Schirm. Und doch jeder von uns kennt das, wir stoßen an unsere Grenzen und brauchen jemanden, der uns hilft diese zu überschreiten. Vielleicht hat er deswegen Kontakt zu uns aufgenommen.

Als wir uns persönlich kennenlernten, am ersten Trainingstag, wurde uns schnell klar: das wird eine spannende Aufgabe. Seine Ausrüstung ist ein wenig an seine Bedürfnisse angepasst, die Spirale beherrscht er problemlos. Trotzdem mussten wir für manche Manöver ein wenig Feintuning betreiben. Aber mit ein bisschen Denken und dem Motto „keep it simple“ war schnell Abhilfe geschaffen. Wir mussten lediglich die mittlere A-Leine vom inneren auf das äussere Leinenschloss umhängen. Jetzt stellen Klapper und really (f***ing) big ears überhaupt kein Problem mehr da. Das Ziel war erreicht. 

Doch geht da noch mehr? Am dritten Tag fragte er mich, ob er eine SAT probieren könne. Das mit dem Stützen geht zwar nicht, aber er will es unbedingt versuchen, er weiss genau, was er machen muss und hat sich intensiv mit dem Manöver auseinandergesetzt. Ich musste schmunzeln. Klar - das können wir versuchen, auch wenn ich glaube, dass ohne ein Abstützen am äusseren Tragegurt, diese Flugfigur kaum möglich ist. Aber mir stand so viel  Entschlossenheit gegenüber, dass meine Zweifel keinen Platz mehr hatten.

Später am Tag, Stef und ich nebeneinander im Boot, kam der Funkspruch: „Marco, grüner Arriba, SAT!“. - Okay, los geht’s. Und was wir nun sahen war nichts anderes als eine perfekt geflogenen SAT-Spirale.

Den Teilnehmern und auch uns, dem Team der FSA, wurde gezeigt, dass Grenzen relativ sind. Und dass nichts unmöglich ist. Du musst dich allerdings mir den Dingen auseinandersetzen. Du musst dir deine Schwächen eingestehen und Problemen auf den Grund gehen, Lösungen finden. Das ist manchmal mit harter Arbeit und Training verbunden. Und wenn es Hilfe bedarf, nimm diese an. Vergiss deinen falschen Stolz.

Danke dafür.

Marco ist Ende zwanzig, freundlich und hat keine Hände mehr. Er ist Gleitschirmpilot, Unternehmer und ein beeindruckender Mensch.

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